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Von der Energieanalyse bis zur Wahl der Materialien gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Zuhause energieeffizienter und nachhaltiger zu gestalten:

  • In der Schweiz entfallen 41,8 % des Endenergieverbrauchs und 22 % der nationalen CO₂-Emissionen auf den Gebäudepark, womit dieser einen wichtigen Hebel für die Energiewende darstellt (1).

  • Eine effiziente energetische Sanierung kann den Heizenergiebedarf eines schlecht isolierten Gebäudes um mehr als die Hälfte reduzieren.

  • Seit 2010 wurden im Rahmen des Gebäudeprogramms Fördermittel in Höhe von mehr als 4,1 Milliarden Franken ausbezahlt, um energetische Sanierungen in der Schweiz zu fördern.

Schritt 1: Eine Energieanalyse durchführen

Bevor Sie mit Sanierungsarbeiten beginnen, hilft eine Energiebilanz dabei, festzustellen, wo die grössten Energieverluste Ihres Hauses auftreten und welche Massnahmen prioritär umgesetzt werden sollten.

In der Schweiz dient der GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone) als Grundlage für die Beurteilung der Energieeffizienz eines Gebäudes. Er ordnet das Gebäude einer Energieklasse zu und zeigt dessen Schwachstellen auf. Der GEAK Plus geht noch einen Schritt weiter und bietet ein umfassendes Sanierungsszenario mit:

  • verschiedenen möglichen Sanierungsvarianten

  • einer Kostenschätzung

  • einer Prognose der Energieeinsparungen

Dieses Dokument dient häufig als Entscheidungsgrundlage vor einer umfassenden Sanierung.

In bestimmten Fällen ist es zudem Voraussetzung für den Zugang zu kantonalen Förderbeiträgen für energetische Sanierungen. Das Minergie-Label kann anschliessend ein Ziel für besonders ambitionierte Projekte darstellen, insbesondere im Hinblick auf Komfort und Gesamtenergieeffizienz.


Schritt 2: Dämmung und Energieeffizienz des Gebäudes verbessern

Eine effiziente Dämmung ermöglicht es nicht nur, den Heizenergieverbrauch zu senken, sondern verbessert auch den Wohnkomfort während des ganzen Jahres.

Dämmung von Wänden, Dächern und Böden

Das Dach stellt häufig die grösste Quelle für Wärmeverluste dar.

Glücklicherweise lässt sich eine geeignete Dämmung sowohl an der Innen- als auch an der Aussenseite Ihres Hauses realisieren. Dafür stehen leistungsfähige Materialien wie Holzfaser oder Zellulose zur Verfügung.

Eine gut geplante Sanierung ermöglicht in der Regel eine deutliche Reduzierung der Wärmeverluste, je nach ursprünglichem Zustand des Gebäudes teilweise um mehrere Dutzend Prozent.


Austausch der Fenster

Fenster sind ein weiterer kritischer Punkt für die Energieeffizienz eines Gebäudes.

Der Umstieg auf eine leistungsfähige Doppelverglasung oder eine Dreifachverglasung hilft, Wärmeverluste zu begrenzen und den thermischen Komfort zu verbessern, insbesondere in der Nähe von Fensterflächen.

In bestimmten Fällen kann bereits der Austausch der Fenster die Gesamtenergiebilanz eines älteren Gebäudes spürbar verbessern.


Luftdichtheit und Wärmebrücken

Selbst bei einer guten Dämmung können Luftundichtigkeiten die Energieeffizienz eines Gebäudes erheblich beeinträchtigen.

Wärmebrücken befinden sich in der Regel an den Übergängen zwischen verschiedenen Gebäudeteilen, etwa zwischen Wänden, Geschossdecken, Dächern oder Fensterrahmen.

Ein zu luftdichtes Gebäude ohne geeignete Lüftung kann jedoch Feuchtigkeitsprobleme verursachen. Deshalb wird eine effiziente energetische Sanierung häufig durch ein kontrolliertes mechanisches Lüftungssystem ergänzt.


Schritt 3: Den Energieverbrauch im Alltag reduzieren

In vielen Fällen können bereits einfache Anpassungen die Energiekosten deutlich senken, ohne dass umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich sind.

Effizientere Heizsysteme

Die Heizung stellt bei vielen Haushalten den grössten Energieverbrauchsposten dar. Ideal ist es, ein älteres Heizsystem durch eine effizientere Lösung zu ersetzen, die erhebliche Einsparungen ermöglicht. Zu den häufigsten Alternativen gehören:

  • die Installation einer Luft-Wasser- oder Erdwärmepumpe;

  • der Einbau einer Pelletheizung in dafür geeigneten Gebieten;

  • der Anschluss an ein Wärmenetz, sofern ein solches vorhanden ist.

Alte Öl- oder Gasheizungen werden bei zahlreichen Sanierungsprojekten schrittweise ersetzt, insbesondere im Rahmen der kantonalen Massnahmen zur Energiewende.


Optimierung der Beleuchtung und der Elektrogeräte

Auch elektrische Geräte spielen beim Gesamtenergieverbrauch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Mit einigen einfachen Massnahmen lässt sich schnell etwas bewirken:

  • Herkömmliche Glühbirnen durch LED-Lampen ersetzen

  • Haushaltsgeräte mit einer hohen Energieeffizienzklasse wählen

  • Unnötige Stand-by-Verbräuche vermeiden

Branchenschätzungen zufolge verbrauchen LED-Lampen bis zu rund 80 % weniger Energie als herkömmliche Glühbirnen. Langfristig tragen diese Anpassungen dazu bei, den Energieverbrauch zu senken, ohne den Wohnkomfort zu beeinträchtigen.


Intelligentes Energiemanagement

Mit modernen Regelungssystemen lässt sich der Energieverbrauch eines Haushalts heute gezielt optimieren. Dazu gehören insbesondere:

  • programmierbare Thermostate;

  • intelligente Thermostatventile;

  • Smart-Home-Systeme zur Fernsteuerung.

In einem entsprechend ausgestatteten Zuhause kann eine intelligente Energiesteuerung spürbare Einsparungen ermöglichen, ohne dass dafür im Alltag zusätzlicher Aufwand erforderlich ist.


Schritt 4: Nachhaltige Materialien und Ausstattungen wählen

Die Wahl der Materialien bei einer Renovierung oder einem Neubau hat direkte Auswirkungen auf den gesamten ökologischen Fussabdruck des Gebäudes. Ein nachhaltiger Ansatz bevorzugt lokale, wenig verarbeitete Ressourcen mit einem geringen CO₂-Fussabdruck.

Natürliche und lokale Materialien

Biobasierte Materialien werden bei Renovierungen in der Westschweiz zunehmend eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise Holz aus lokalen Wäldern, Holzfasern sowie Hanf und Kork für bestimmte Anwendungen.

Diese Materialien bieten ein gutes Gleichgewicht zwischen Wärmedämmung, Langlebigkeit und geringer Umweltbelastung.

Darüber hinaus trägt die Nutzung kurzer Lieferwege dazu bei, die mit dem Transport verbundenen Emissionen zu reduzieren.


Umweltfreundliche Farben und Beschichtungen

Auch die Innenausstattung spielt bei einem ökologischen Ansatz eine wichtige Rolle. Vorzugsweise sollten lösungsmittelfreie Farben oder Farben mit einem geringen VOC-Gehalt sowie natürliche Beschichtungen wie Kalk oder Lehm verwendet werden.

Diese Entscheidungen tragen dazu bei, den Wohnkomfort zu verbessern, insbesondere indem sie die Emission flüchtiger Stoffe in geschlossenen Räumen reduzieren.


Nachhaltige Möbel und Inneneinrichtung

Auch die Inneneinrichtung kann nach nachhaltigeren Grundsätzen gestaltet werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Gebrauchte Möbel oder die Wiederverwendung bevorzugen;

  • lokal hergestellte Möbel wählen;

  • sich für langlebige Möbel entscheiden.

Dieser Ansatz trägt dazu bei, den ökologischen Fussabdruck Ihres Zuhauses zu reduzieren und gleichzeitig einen verantwortungsvolleren Konsum zu fördern.


Schritt 5: Sauberere Energie erzeugen und nutzen

In der Schweiz stammen rund 60 % der Stromproduktion aus Wasserkraft. Zusammen mit weiteren erneuerbaren Energiequellen wie Solarenergie und Biomasse beträgt der Gesamtanteil der erneuerbaren Energien laut den Bundesbehörden fast 80 % (2).

Photovoltaikanlagen

Mit der Installation von Photovoltaikmodulen lässt sich direkt auf dem Dach Strom erzeugen. Die wichtigsten Vorteile:

  • Geringere Abhängigkeit vom Stromnetz

  • Langfristige Wertsteigerung des Gebäudes

  • Schrittweise Amortisation der Investition

Auch die Solarenergie verzeichnet ein starkes Wachstum: 2024 überschritt die installierte Photovoltaikleistung in der Schweiz 8 GW, was einem Anstieg von mehr als 10 % innerhalb eines Jahres entspricht (3).


Solar- oder Wärmepumpenboiler

Die Warmwasserbereitung macht einen bedeutenden Teil des Energieverbrauchs eines Haushalts aus. Zwei Lösungen werden häufig bevorzugt: der Solarboiler (Solarenergie) und der Wärmepumpenboiler (Wärmepumpe).

Diese Systeme ermöglichen es, den Energieverbrauch für die Warmwasserbereitung deutlich zu reduzieren, insbesondere wenn sie ältere elektrische Anlagen ersetzen.


Bezug von Ökostrom

Als Ergänzung zu einem nachhaltigen Ansatz können Sie sich für Strom aus erneuerbaren Energiequellen entscheiden. Die Energieversorger bieten in der Regel Angebote an, die Wasserkraft, Solarenergie und Windenergie umfassen.

Mit einem solchen Stromvertrag lässt sich die gesamte Umweltbilanz verbessern, ohne dass Änderungen an der technischen Ausstattung des Gebäudes erforderlich sind.


FAQ

Wie kann man ein älteres Haus umweltfreundlicher gestalten?

Priorität hat die Verbesserung der Gebäudehülle, insbesondere die Dämmung des Dachs und der Wände. Der Austausch des Heizsystems und der Einbau energieeffizienter Fenster ergänzen häufig die Sanierung.


Welche Massnahmen sind am wirksamsten, um den Energieverbrauch zu senken?

Zu den wirksamsten Massnahmen gehören in der Regel die Dämmung des Dachs, der Austausch des Heizsystems und die Verbesserung der Fenster. Diese drei Bereiche sind bei älteren Gebäuden für einen grossen Teil der Energieverluste verantwortlich.


Sind Solaranlagen in der Schweiz rentabel?

Ja, die Rentabilität hängt vom Energieverbrauch des Haushalts, von der Ausrichtung des Dachs und von den verfügbaren kantonalen Fördermitteln ab. Ein hoher Eigenverbrauch verbessert in der Regel die Rentabilität der Investition.


Welche Fördermittel gibt es für eine energetische Sanierung?

Mehrere Kantone bieten im Rahmen von Programmen zur energetischen Sanierung Förderbeiträge an. Der Ersatz einer fossilen Heizung, Dämmmassnahmen und Solaranlagen können finanziell unterstützt werden.


Welche Materialien sollte man für eine ökologische Sanierung bevorzugen?

Natürliche und lokale Materialien wie Schweizer Holz, Holzfasern oder Hanf sind zu bevorzugen. Lösungsmittelfreie Farben und emissionsarme Produkte ergänzen einen umwelt- und gesundheitsbewussten Ansatz.


Quellen

admin.ch - Article 

aboutswitzerland.eda.admin.ch - Article 

swissolar.ch - Article