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Ein Hypothekarkredit bedeutet, dass Sie zwischen zwei Modellen wählen müssen: SARON oder Festzins. Ihre Entscheidung hängt davon ab, wie gut Sie mögliche Erhöhungen der monatlichen Belastung verkraften können und wie stabil Ihr persönliches Budget ist:

  • Die SARON-Hypothek ist ein Produkt, dessen Zinssatz an den Schweizer Geldmarkt gekoppelt ist, wodurch Sie weniger bezahlen, wenn die Geldmarktzinsen sinken;
  • Die Festhypothek ist ein Darlehen, dessen Zinssatz während der gesamten Laufzeit gleich bleibt und Sie somit vor Inflation oder plötzlichen Kostensteigerungen schützt;
  • Während der SARON Einsparungen ermöglichen kann, bietet der Festzins langfristige Sicherheit.

Die SARON-Hypothek: ein variabler Zinssatz, gekoppelt an die SNB

Das SARON-Modell (Swiss Average Rate Overnight) ersetzt den früheren Libor. Es basiert auf realen Transaktionen des Schweizer Geldmarkts und ist daher transparent, reagiert jedoch unmittelbar auf Entscheidungen der Schweizerischen Nationalbank.

Struktur der SARON-Kosten

Der vom Kreditnehmer bezahlte Zinssatz setzt sich aus dem Referenzzinssatz (über einen Zeitraum, meist 3 Monate, berechnet) sowie einer von der Bank festgelegten festen Marge zusammen:

  • Volle Transparenz: Die Daten stammen von der SIX Group, wodurch Manipulationen ausgeschlossen sind.
  • Flexibilität: Die meisten Verträge erlauben einen Wechsel zu einem Festzins, wenn sich das Marktumfeld verschlechtert, und bieten somit eine Absicherung bei steigenden Zinsen.

Für wen eignet sich der SARON?

Dieses Produkt richtet sich an Eigentümer, die in der Lage sind, plötzliche Erhöhungen der monatlichen Kosten zu verkraften. Die Wahl einer SARON-Hypothek erfordert eine gewisse Aufmerksamkeit gegenüber wirtschaftlichen Entwicklungen.

Historisch gesehen ist dieses Modell langfristig oft günstiger als ein Festzins, sofern man die Volatilität akzeptiert.

Die Festhypothek: maximale Sicherheit

Dieses Modell fixiert den Zinssatz über eine Laufzeit von 2 bis 25 Jahren. Es schützt vollständig vor Schwankungen der Finanzmärkte und eignet sich besonders für stabile Einkommen oder Anlageobjekte.

Planbarkeit und Budgetkontrolle

Der Hauptvorteil des Festzinses ist die vollständige Kostenkontrolle. Nach Vertragsabschluss ist keine aktive Steuerung mehr erforderlich:

  • Vollständiger Schutz: Die monatlichen Zahlungen bleiben unverändert, selbst bei stark steigenden Marktzinsen.
  • Finanzielle Planungssicherheit: Diese Stabilität erleichtert die langfristige Finanzplanung erheblich.
  • Einfachheit: Im Gegensatz zum SARON müssen Sie weder die SNB noch die Inflation laufend beobachten.

Einschränkungen des Festzinsmodells

Als Gegenleistung für die Sicherheit fehlt diesem Modell an Flexibilität:

  • Kosten der Sicherheit: Sie profitieren nicht von sinkenden Zinsen und zahlen somit eine Art Versicherungsprämie.
  • Vorzeitige Kündigung: Ein Vertragsbruch, etwa bei Verkauf oder Scheidung, führt häufig zu hohen Entschädigungszahlungen.
  • Erneuerungsrisiko: Läuft die Hypothek zu einem Zeitpunkt aus, an dem die Zinsen hoch sind, kann dies zu einer starken Belastung führen.

Wie wählt man zwischen SARON und Festzins?

Die Wahl sollte nicht allein auf dem aktuellen Zinssatz basieren, sondern auf Ihrer Fähigkeit, ein Krisenszenario finanziell zu bewältigen.

Analyse Ihrer Risikotoleranz

Fragen Sie sich, wie sich ein Zinsanstieg von 2% auf Ihren Lebensstandard auswirken würde:

Konservatives Profil

Bevorzugen Sie den Festzins, insbesondere bei historisch niedrigen Zinsen. Diese Option bietet maximale Sicherheit und klare Planbarkeit.

Opportunistisches Profil

Der SARON ermöglicht es, sofort von sinkenden Zinsen zu profitieren. Er eignet sich für Personen mit ausreichendem finanziellen Spielraum.

Entscheidungsfaktoren

Neben Ihrer Risikobereitschaft sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Zinskurve: Wenn der Unterschied zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen gering ist, wird ein Festzins besonders attraktiv.
  • Haltedauer der Immobilie: Bei kurzfristigen Projekten ist der SARON flexibler und vermeidet hohe Vorfälligkeitsentschädigungen.
  • Inflationsentwicklung: Der SARON reagiert direkt auf SNB-Entscheidungen. Bei steigender Inflation kann ein Festzins sinnvoll sein, um die Kosten zu sichern.

Mischstrategie: der Kompromiss

Es ist möglich, Ihre Finanzierung aufzuteilen, um die Vorteile beider Modelle zu kombinieren:

  • Basis absichern (Festzins): z. B. 50% des Kredits zu einem festen Zinssatz für stabile monatliche Kosten.
  • Kosten optimieren (SARON): die restlichen 50% im SARON-Modell, um von sinkenden Zinsen zu profitieren.
  • Risiko streuen: durch unterschiedliche Laufzeiten vermeiden Sie eine vollständige Refinanzierung zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Bei starker Marktvolatilität können Sie den SARON-Anteil meist in einen Festzins umwandeln.

FAQ: SARON oder Festhypothek

Kann man einfach vom SARON zum Festzins wechseln?

In den meisten Fällen ja, sofern Sie beim gleichen Kreditgeber bleiben.

Welche Laufzeit ist 2026 ideal?

Laufzeiten von 5 bis 10 Jahren gelten als Standard, um Sicherheit und Flexibilität zu kombinieren.

Kann der SARON negativ werden?

Ja, jedoch setzen Banken in der Regel eine Untergrenze von 0% fest.

Welche Kosten entstehen bei vorzeitiger Kündigung?

Bei Festhypotheken berechnet die Bank den entgangenen Gewinn bis zum Vertragsende, was sehr teuer sein kann.

Wie beeinflusst die SNB meine Hypothek?

Der Leitzins der SNB bestimmt direkt den SARON und beeinflusst auch langfristige Zinssätze.